2011 Altmühl

April 2011

Länge: 18,4 km • Dauer: ca. 5 Stunden
Hindernisse: Wehr bei Zimmern · (nicht fahrbar, umtragen) Wehr bei Solnhofen (nicht fahrbar, umtragen) ·
Stufe bei Hammermühle (fahrbare Bootsgasse, vorher anschauen) · Stufe bei Hagenacker (fahrbare Bootsgasse, vorher anschauen)
Befahrungsregeln: keine
Start: Bahnhof Pappenheim • Ende: Campingplatz Dollnstein • Aktuelles Wetter: Dollnstein • Aktueller Pegel: Eichstätt
Camping: Campingplatz Dollnstein

2009 haben wir zum Jahresabschluss auf der Alz das letzte Mal den „alten“ Ohio benutzt. Da er für uns zu zweit eigentlich zu groß war und auch sehr schwer haben wir uns dann im Mai auf dem Wassersportflohmarkt in Bad Endorf von ihm getrennt. Und nachdem es das Jahr 2010 bis ins Frühjahr 2011 gebraucht hat, uns was Neues zu suchen, waren wir glücklich, dass unser neuer Athabasca im April rechtzeitig vor Ostern geliefert wurde. So konnten wir das wunderschöne Osterwochenende für die Jungfernfahrt planen.
Als Fluss haben wir die Altmühl gewählt: Von der Flusstour-Infrastruktur perfekt erschlossen, aber so gemütlich, dass wir uns ausschließlich auf den neuen Canadier konzentrieren können. Im Vordergrund steht nämlich das Vertrautmachen und Kennenlernen des Bootes. Außerdem ist das Altmühltal von München in nur 1 1/2 Stunden schnell erreichbar. Als Basis haben wir den Campingplatz in Dollnstein gewählt. Da wir mit nur einem Auto unterwegs sind, brauchen wir nach Möglichkeit Zuganbindung. Und Campingplatz haben wir natürlich auch gewählt, da wir gleich auch unsere Urlaubssaison mit unserem ScoutDog (Zeltanhänger) eröffnen können.

Angereist sind wir am Karfreitag nach dem obligatorischen Osterbrunch (extra für uns vorverlegt). Am Samstag geht’s dann endlich los zum Paddeln. Wir fahren mit dem Canadier auf dem Autodach von Dollnstein nach Pappenheim. Direkt unterhalb des Bahnhofs können wir in die Altmühl einsetzen und das Auto am Bahnhofsparkplatz abstellen. Schnell ist das Paddelequipment verstaut und die Tour beginnt.

Die Altmühl ist der langsamfließenste Fluss Bayerns und so heißt es von Anfang an: Vorwärts kommen wir nur paddelnd. Und das geht – WOW – total einfach und leicht. Wir merken sofort, dass der Athabasca 13 kg leichter ist, als es der Ohio war. Und mit den schönen, leichten Holzpaddeln können wir auch ohne viel Kraftaufwand dauerhaft eine gute Geschwindigkeit paddeln.
Nach nicht einmal 2 km, die wir nahezu alleine unterwegs sind, erreichen wir das erste Wehr bei Zimmern. Hier ist anscheinend auch ein beliebter Einstieg für einen Tourbeginn. Eine relativ große Paddelgruppe setz hier ein – ah, die Gesichter kennen wir doch vom Campingplatz. Die Gruppe begleitet uns – mal vor mal hinter uns – die weitere Flusstour bis nach Dollnstein.
Bei Solnhofen erreichen wir nach weiteren vier Flusskilometern das zweite Wehr auf unserer Strecke, das wir auch umtragen müssen. Hier ist die andere Paddelgruppe vor uns und wir müssen ein wenig warten. Dank der an der Altmühl perfekt gestalteten Ein- und Ausstiege geht das Umsetzen aber dann doch rasch. Und nachdem die Paddelgruppe Rast macht, können wir den nächsten Flussabschnitt wieder mit wenig Begleitung durch andere Paddler genießen.
5 1/2 km geht es nun vorbei an der Steinformation der sogenannten 12 Apostel. Wir landen auf dieser Strecke aber freiwillig einmal an, um ein kleines Picknick zu machen. Auf dem weiteren Weg lassen sich andere Freizeitsportler beobachten. Neben vielen Radfahrern, die an der Altmühl entlang radeln, sind auch die Kletterer unterwegs.

Bei der Hammermühle erreichen wir dann eine Staustufe in der Altmühl. Bevor wir die angekündigte Bootsgasse fahren, landen wir am Ausstieg an, nehmen den Canadier aus dem Wasser – habe ich schon erwähnt, dass der total leicht ist? – und schauen uns die Gasse und die Position zum Einfahren von Land aus an. Wie die meisten anderen Paddler auch werden wir die Bootsgasse auf jeden Fall hinabfahren.
Das Einsetzen in die Altmühl dauert: Die große Paddelgruppe landet gerade an, als wir wieder aufs Wasser wollen. Aber was soll’s: Die Fahrt die Bootsgasse hinunter rentiert sich. Der Schwall am Ende beschert uns eine angenehme Erfrischung – auch wenn wir danach ca. 10 Liter Wasser wieder aus dem Bott schöpfen müssen.
Bei Hagenacker – weitere 4 km flussabwärts wartet dann die nächste Staustufe mit Bootsgasse auf uns. Da wir hier aber wieder mit der Paddelgruppe zusammenstoßen, sparen wir uns den „Wellenritt“ und gewinnen durch das Umtragen so viel Vorsprung, dass wir den Rest der Tour alleine unterwegs sein können.
Die Autobrücke von Dollnstein – feierlich zu Ostern geschmückt – kündigt das Ende der insgesamt 18,4 km langen Tour an. Unmittelbar nach der Brücke können wir direkt am Campingplatz anlanden. Nach einer Pause mit heißem After-Canoe-Tea geht’s zu Fuß zum Bahnhof Dollnstein und nach einer kurzen Zugfahrt bringen wir unser Auto wieder zurück zur Basis.
Am Ostersonntag wird dann nur gefaulenzt und am Ostermontag geht es nachmittags wieder nach Hause.

Fazit

Die Altmühl ist der perfekte Fluss für Anfänger – egal ob mit eigenem Boot oder einem Mietboot, die es hier fast überall auszuleihen gibt. Für uns war es die optimale Tour unseren neuen Canadier auszuprobieren. Und wir werden wieder kommen: Zu einer anderen Jahreszeit (wenn vielleicht nicht ganz so viele Paddler unterwegs sind) und zu einer Mehrtagestour, die aufgrund der vielen kleinen Zeltplätze hier sehr einfach zu gestalten ist.