Henriks große „Schwester“ hat zur Feier ihres 66. Geburtstags eingeladen, um diesen groß zu feiern, nachdem der 60stge aufgrund der Corona-Pandemie nicht gefeiert werden konnte.
Also packen wir Henriks Mama mit in den Sprinter ein und machen uns auf den Weg nach Radevormwald. Um die Mama nicht zu sehr zu anzustrengen, fahren wir auf zwei Etappen.
Die erste Nacht ist in Obernburg am Main, wo die Mama im Hotel Römerhof, in dem wir auf unserer diesjährigen Motorradtour „Westwärts“ eine Übernachtung hatten, schlafen wird.
Wir essen gut im Römerhof zusammen zu Abend, bevor Christiane und Henrik sich zum Festplatz von Obernburg begeben, wo wir unseren Sprinter zur Übernachtung abgestellt haben – das ist hier für bis zu drei Nächten kostenfrei erlaubt.
Die Zufahrt ist etwas trickreich, denn das Navi bietet uns nur den Weg über eine 2,3 m hohe Unterführung an – keine Chance mit dem Sprinter. Aber es muss gehen, denn der Festplatz muss ja auch mit LKWs erreichbar sein.
Wir fragen also sehr nette ortskundige Radfahrer und die geben uns den richtigen Tipp. Der Platz ist fast leer und die Stellplätze für Camper sind sogar am Ufer dess Mains. Wir stehen mit einer Sichtlücke auf den Fluß.

Wir haben gut geschlafen und als wir aus dem Sprinter steigen, sind die Parkplätz um uns herum voll belegt. Warum zeigt sich als wir zu Fuß wieder zum Hotel gehen: auf dem Festplatz ist Flohmarkt.
Nach dem gemeinsamen Frühstück im Römerhof holt Henrik den Sprinter, während Christane weiter ihren morgentlichen Tee-Konsum bedient und Henriks Mama den Koffer packt. Gegen 10 Uhr sind wir dann wieder on-the-Road. Mit einem Umweg über ein Kleider-Outlet (Christiane wird hier wieder einmal fündig) sind wir am späten Samstagnachmittag in Radevormwald. Henriks Mama checkt im Hotel ein und wir stehen wieder bei seiner „Schwester“ Karin auf dem Parkplatz.
Der Abend endet bei Karin: Alle Gäste – wir Münchner und die „Nordlichter“-Freunde aus Dänemark bzw. Schleswig-Holstein werden (wie immer) mit einem tollen Abendessen (mit Berücksichtigung ‚christaaner‘ Bedürfnisse) verwöhnt.
Am nächsten Morgen frühstücken wir bei Karin und die Hotel-Gäste sind um 11 Uhr auch wieder da; ebenso Basti (Karins älterer Sohn) mit Frau und Kind. Und dann geht es im Kleinbus – Basti ist der Chauffeur – los. Die heutige Geburtstagsfeier steht und dem Motto „Bergisches Land für Newbies“. Das betrifft im besonderen die „Nordlichter“ und Christiane und zu Auffrischung Henrik (der hier viel Zeit als Kind bei Omi verbracht hat) und seine Mama, die hier geboren und aufgewachsen ist.
Schwebebahn in Wuppertal
Die Schwebebahn von 1901 ist seit 125 Jahren das Herzstück Wuppertals und führt auf 13 km durch die Stadt und größtenteils über die Wupper. Wir fahren von Endstation zu Endstation und wieder zurück.



Schloß Burg mit Bergischer Kaffeetafel
Schloss Burg ist eine der größten rekonstruierten Burganlagen Westdeutschlands und liegt im Solinger Stadtteil Burg an der Wupper in Nordrhein-Westfalen. Die historische Höhenburg thront rund 110 Meter über dem Fluss und diente ab dem 12. Jahrhundert als Hauptresidenz und Stammsitz der mächtigen Grafen und Herzöge von Berg, die dem Bergischen Land seinen Namen gaben. Ins Tal oder vom Tal kann man – was wir nicht getan haben – mit der ältesten aktiven Sesselbahn 91 Höhenmeter fahren.




Auf Schloß Brug gibt es für die Geburtstagsgesellschaft, zu der sich hier auch Frederic (Karins jüngerer Sohn) und seine Frau Elisa einfinden, eine traditionelle Bergische Kaffeetafel. Diese ist eine sehr reiche Mahlzeit, die süße und herzhafte Speisen mischt. Dazu gehören vor allem frische Waffeln mit Kirschen, verschiedene Brotsorten mit Aufstrich sowie Kaffee aus der traditionellen Kanne, einer sogenannten Dröppelminna. Waffeln mit Milchreis ist für Henrik und seine Mama eine unvergessliche Kindheitserinnerung und gehört somit heute zum Highlight des Tages.
Müngstener Brücke
Die Müngstener Brücke ist mit einer Höhe von 107 Metern die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Die im Jahr 1897 eröffnete Stahlkonstruktion überspannt das Tal der Wupper und verbindet die bergischen Städte Solingen und Remscheid. Hier war Henrik das erstmal mit einem Schulausflug, als er in der 3. oder 4. Klasse war. Das ist über 50 Jahre her.


Der Tagesabschluß ist dann wieder bei Karin zu Hause mit den Resten des gestrigen Abendessens (darf man das überhaupt „Reste“ nennen, wenn 9 Personen davon noch satt werden?).
Dazu gibt es hervorragenden Wein aus Pölich von der Mosel – ausgesucht von Frederic und Elisa, die dort wohnen und den Winzer zum Nachbar haben.
Der Montag beginnt damit, dass wir wieder bei Karin frühstücken dürfen und Henrik eine Stunde geplant arbeitet.
Gegen 12 Uhr ist dann auch Henriks Mama da, die am Vormittag eine Schulfreundin an deren Geburtstag überrascht hat. Die Überraschung – vorbereitet mit einer anderen Schulfreundin hier in Radevormwald – ist gelungen.
Wir verabschieden uns von Karin, Frederic und Elisa und machen uns zu Dritt auf den Weg nach Leverkusen, wo wir Henrik Mama bei Rosi abliefern – eine weitere jahrzehntelange Freundin. Hier werden wir Henriks Mama morgen wieder abholen.
Für uns bedeutet das, dass wir einen Nachmittag und Abend Paarzeit haben. Diese verbringen wir in Monheim am Rhein, ca. 30 Autominuten entfernt.




Die aktuelle Hitzewelle und damit Wasserknappheit macht sich auch am Rhein bemerkbar: Dieser hat erkennbar Niedrigwasser und die Schiffe können alle nur mit halber Beladung fahren, um ausreichend wenig Tiefgang zu haben. Unser Spaziergang am Rhein entlang zum hervorragenden Italiern zum Abendessen zeigt den Klimawandel leider sehr deutlich.
Am Dienstag steht dann noch ein trauriger Anlass bevor: Der älteste Freund der Familie ist 5 Tage vor seinem 95. Geburtstag und einen Tag vor der Goldenen Hochzeit – jedoch nicht überraschend – verstorben.
Er hat den Zeitpunkt jedoch so „gut“ gewählt, dass wir der Beerdigung in Köln im Rahnen dieses Kurztrips zusammen mit Henriks Mama gut beiwohnen können.


Nachdem Trauerfeier und Beisetzung kürzer sind, als gedacht – es gibt keinen Trauerkaffee im Anschluss – entscheiden wir uns dazu, auf der Rückfahrt keine zusätzlich Übernachtung einzulegen.
Der Verkehr gibt uns recht und mit Kaffeepause und Abendessen ist Henriks Mama um kurz nach 22 Uhr zu Hause, wir mit Parkplatzsuche für den Sprinter eine halbe Stunde später.
Somit können wir uns alle von diesen sehr intensiven fünf „Familien“tagen (Freitag bis Dienstag) am Mittwoch erholen.
