Lunéville

Wir haben gut geschlafen und gefrühstückt. Da wir jedoch im Sprinter selber nicht Zähneputzen oder Spülen können und wir das nicht auf dem Parkplatz der Winzerei machen wollen, verschieben wir das auf unterwegs.

Wir haben schönes Wetter und können vorbeifahrend einen Blick auf Sancerre.

Einige Kilometer weiter finden wir einen Abzweig direkt ans Ufer der Loire – hier hatten wir sogar eine Nacht stehen können. So nutzen wir den Platz nur für die Morgentoilette und das Spülen.

Dann geht es – insgesamt heute ca. 420 Kilometer über Land.

Mitten durch Chablis und Wein bis zum Horizont oder entlang riesiger Kornfelder; und die Straßen wieder meistens schnurgerade.

Nur unterbrochen von regelmäßigen Kreisverkehren („normale“ Kreuzungen gibt es nur selten), einem Schloss, einem Viadukt und einen Viehtransporter.

Wir überqueren die Seine und die Moselle und finden unseren Platz für die Nacht in Lunéville. Quasi in Sichtweite der Vogesen und so nah an Deutschland, dass der Weg bis München morgen fahrbar ist.

Lunéville ist berühmt für sein Schloss, dem Hofe der Lothringer Herzöge. Der junge Herzog Leopold wählte Lunéville 1698 zu seiner Hauptresidenz. Und auch Stanislas, wohlbekannt für seine Liebe zu Prunk und Finesse, machte es zu seinem Wohnsitz. Gärten wurden angelegt und Nebengebäude errichtet, um Gäste wie Voltaire oder Émilie du Châtelet gebührend zu empfangen. Die bis heute vollständig erhaltene majestätische Ausstrahlung des Ortes macht diese Reise ins Aufklärungszeitalter zu etwas wirklich Außergewöhnlichem.

Und da der Campingplatz direkt an Schloss ist, nehmen wir das mit – auf dem Weg zum Abendessen.

Schreibe einen Kommentar